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Behandlung einer Depression

Depressionen sind ernstzunehmende Erkrankungen, die sich stark auf die Lebensqualität und den Alltag auswirken. Sie können ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. Daher gibt es auch nicht die eine, richtige Behandlung, sondern häufig ist es eine Kombination verschiedener Ansätze. Ziel dabei ist es immer, dass die Depression möglichst schnell und nachhaltig wieder abklingt.

Lassen Sie sich helfen. Der erste Ansprechpartner bei Verdacht auf eine Depression kann der Hausarzt oder ein Facharzt für Psychiatrie sein. Es gibt zwei grundlegende Behandlungsarten, die im Fall einer Erkrankung oft miteinander kombiniert werden:

  1. die psychotherapeutische Behandlung
  2. die Behandlung mit Medikamenten – den Antidepressiva

Hinzu können ergänzende Maßnahmen, wie zum Beispiel Lichttherapie, Wachtherapie oder Rehabilitationssport, kommen.

Die Psychotherapeutische Behandlung

Die Psychotherapie ist die wichtigste grundlegende Behandlung einer Depression. Sie basiert auf strukturierten Gesprächen und praktischen Übungen. Mithilfe verschiedener Verfahren geht der Therapeut ganz individuell auf Sie ein:

  • Kognitive Verhaltenstherapie: Mit Übungen und in Gesprächen werden neue, hilfreiche Verhaltens- und Denkmuster erlernt.

  • Psychoanalyse: Ziel ist es, verborgene Konflikte aus der Vergangenheit zu erinnern und aufzuarbeiten.

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: Sie ähnelt der Psychoanalyse – hier werden jedoch vorwiegend aktuelle psychische Konflikte behandelt.

Die Medikamentenbehandlung

Die Behandlung mit Antidepressiva – auch Pharmakotherapie genannt – ist v.a. bei mittleren oder schwereren Verlaufsformen häufig unverzichtbar und wird mit der Psychotherapie kombiniert. Antidepressiva machen nicht süchtig und sind weder Aufputsch- noch Beruhigungsmittel. Sie haben eine ganz bestimmte Funktion: Den Botenstoffen im Gehirn, wie Serotonin oder Noradrenalin, dabei zu helfen, wieder ihre natürlichen Aufgaben zu erfüllen. Botenstoffe steuern die Kommunikation zwischen unseren Nervenzellen. Funktioniert das nicht, fühlen wir uns nicht wie wir selbst.

Die Entscheidung darüber, ob Antidepressiva infrage kommen oder abgesetzt werden, sollten Sie immer gemeinsam mit dem behandelnden Arzt treffen. Die Wirkung eines Medikaments tritt in der Regel erst nach ein bis zwei Wochen ein. Um einen langfristigen Behandlungserfolg zu sichern und einem Rückfall vorzubeugen, ist es unbedingt notwendig, die Antidepressiva regelmäßig einzunehmen – auch nach deutlicher Besserung der Symptome.

Wirkstoffklassen von Antidepressiva

  • Trizyklische (und tetrazyklische) Antidepressiva (TZA):
    Sie wirken gleichzeitig auf mehrere Botenstoffe im Gehirn, darunter Serotonin und Noradrenalin. Daher ist die Bandbreite der Wirkungen groß. Tetrazyklische Antidepressiva sind eine Weiterentwicklung der Trizyklika.
  • Selektive Serotonin-Rückaufnahme-Hemmer (SSRI):
    Durch die Einnahme steigt die Konzentration an Serotonin, dieser Botenstoff ist dann wieder in ausreichender Menge vorhanden. SSRI zählen zu den neueren Antidepressiva. Sie zeigen eine gute Wirksamkeit bei allen Schweregraden und werden daher besonders häufig eingesetzt.
  • Selektive Noradrenalin-Rückaufnahme-Hemmer (SNRI):
    Der Mangel an Noradrenalin wird ausgeglichen und dadurch die Kommunikation zwischen den Nervenzellen verbessert.
  • Selektive Serotonin-Noradrenalin-Rückaufnahme-Hemmer (SSNRI):
    Diese Medikamente wirken sowohl auf die Serotonin- als auch auf die Noradrenalin-vermittelte Signalweiterleitung im Gehirn.
  • Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer:
    Sie blockieren ein Protein, das für den Abbau von Botenstoffen im Gehirn verantwortlich ist. Dadurch steigt deren Konzentration wieder an.
  • Lithium:
    Eine Lithiumtherapie kann bei schweren Formen in Betracht gezogen werden. Sie wirkt unter anderem auf die Regulation verschiedener Botenstoffe.
  • Johanniskraut-Präparate:
    Diese pflanzlichen Wirkstoffe können bei leichten Depressionen helfen. Da es leicht zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen kann, sollte die Einnahme immer mit dem Arzt besprochen werden.

Quellen:
S3-Leitlinie und Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression, 2. Auflage
Deutsche Depressions Hilfe